FCG Steiermark und Zentralbetriebsrat fordern:
Pflegezentren müssen beim Land bleiben
„Die Empörung in den Häusern ist groß, keiner versteht warum die Landespflegeheime vom Land abgestoßen werden sollen“ sagen Christgewerkschafter und AK VPräs. Franz Gosch und ZBRV Relly Niederl zu den Plänen des Landes, die vier Landespflegeheime in Mautern, Knittelfeld, Kindberg und Bad Radkersburg zu privatisieren. „Die Rechnungsabschlüsse der letzten Jahre zeigen das alle LPZ laufend Überschüsse erwirtschaftet haben, die aber vom Land stets abgeschöpft wurden“, entgegnet Gosch der Begründung die Pflegeheime würden Verluste erwirtschaften und sollten deshalb privat geführt werden. „Jetzt fehlen notwendige Rücklagen um Neubauten und Sanierungen durchzuführen.“
Betriebsräte und Belegschaft wehren sich!
Der Widerstand gegen die Zerschlagung der LPZ wird von den Betriebsräten und den steirischen FCG- Gewerkschaftern getragen. Die ZBR - Vorsitzende Relly Niederl fordert eine rasche politische Entscheidung von LR Kristina Edlinger- Ploder, das Land muss ein Zeichen setzen: „Hier geht es um die Menschen und nicht alle Bereiche der Daseinsvorsorge müssen der Gewinnmaximierung geopfert werden.“ Das Pflegepersonal befindet sich derzeit in einer prekären Situation. Wegen der ungewissen Zukunft lässt das Land alle befristeten Verträge auslaufen, obwohl noch vor kurzem die unbefristete Übernahme zugesagt wurde. Innerhalb von 6 Monaten reduziert sich so der ohnehin knapp bemessene Personalstand um 30 Mitarbeiterinnen. Ebenso viele Bedienstete werden in nächster Zeit durch Pensionierung ausscheiden. Kein Wunder also, dass die Arbeitnehmervertretung auf die Barrikaden steigt. „Manche sprechen vom Aushungern unserer Einrichtungen“ klagt ZBRV Niederl. Nicht nur die personelle Situation ist prekär, diese Einrichtungen müssen unbedingt saniert werden. Niederl weist auch darauf hin, dass der Landtag noch im Vorjahr 44 Mio. Euro für dringend notwendige Bau- und Sanierungsmaßnahmen der LPZ beschlossen hat, diese Investitionen durch das Land sind jetzt gestrichen.
Weitere Verhandlungen - Zukunft als Kompetenzzentrum
Als erste Mobilisierungsmaßnahmen werden Betriebsversammlungen in den Einrichtungen durchgeführt und die Solidarität der Bevölkerung gesucht. Als weitere Maßnahme wird der zuständigen Landesrätin ein Konzept zum Ausbau der LPZ als Pflege- Kompetenzzentren übermittelt. Künftig könnte man sich in diesen Einrichtungen auf Demenzpatienten, Remobilisierung, Hospizstationen und Psychosoziale Dienste spezialisieren.
„Es gibt viele Ideen womit die Pflegezentren auch künftig beim Land oder als landesnahe Einrichtung bestehen bleiben können“, sagt Franz Gosch. „Wir setzen weiter auf Verhandlungen mit Landesrätin Edlinger-Ploder und hoffen auf einen Durchbruch der guten Argumente im Sinne der Bewohner und der Bediensteten“, so Niederl und Gosch unisono.
Die Landespflegezentren (LPZ), sind großartige Einrichtungen, haben einen besonderen Stellenwert in der Bevölkerung und bilden eine wesentliche Säule der Altenpflege in der Steiermark. Die 4 LPZ Standorte Mautern, Knittelfeld, Kindberg und Bad Radkersburg bieten hervorragende Qualität und sind auch für medizinisch - pflegeintensive Heimbewohner ausgerichtet. Bislang war man beim Land stolz auf diese Einrichtungen. Jetzt aber droht der Verkauf oder die Zerschlagung dieser Pflegestätten. Betriebrat und Gewerkschaft kämpfen für die Erhaltung, die zuletzt ungewöhnlich hart geführten Verhandlungen mit der Landesregierung sind derzeit unterbrochen!