FCG-FACHTAGUNG: GESUND ÄLTER WERDEN IM ARBEITSPROZESS
ARBEIT UND ALTER – EINE BETRIEBLICHE HERAUSFORDERUNG
„Die demoskopische Entwicklung unseres Landes zeigt auf, dass die Situation der älteren Arbeitnehmer/Innen für Politik und Sozialpartner künftig eine wesentliche Herausforderung ist“, sagte Franz Gosch, Christgewerkschafter und AK-Vizepräsident und forderte: „Hier sind Arbeitnehmer, Unternehmer, Politik und Volkswirtschaft mit der Notwendigkeit eines gesellschaftlichen Wandels konfrontiert, der gemeistert werden muss.“
Auch der Hauptreferent der Veranstaltung Univ.Doz. Prim. Dr. Gerhard Stark stellet fest: „Förderungen und flankierende Maßnahmen für die Gesundheit der beschäftigten älteren Dienstnehmer/Innen sind im Hinblick auf das steigende Pensionsantrittsalter unumgänglich notwendig.“
Im Mittelpunkt dieser Fachtagung bei der Fa. Paar GmbH. in Graz stand die Thematik Arbeit und Alter im Hinblick der gesellschaftspolitischen Herausforderung für Arbeitnehmer, Betriebsräte und Unternehmen.
Neue Anforderungen in der Arbeitswelt und deren Auswirkungen auf die Gesundheit wurden von wissenschaftlicher wie praxisnaher Seite beleuchtet.
Mit dem Leitprojekt „ANTON PAAR IN BEWEGUNG“ wurde eine neue Art betrieblicher Gesundheitsförderung vorgestellt. „Es bestehen zahlreiche Vorteile für das Unternehmen durch ältere MitarbeiterInnen, durch erfahrene Beschäftigte werden sowohl innerhalb des Betriebes als auch bei den Kunden hohe Innovationsraten erzielt“, so Friedrich Santner, Geschäftsführer der Anton Paar GmbH.
DARUM GEHT ES: ARBEITSBEDINGUNGEN ÄLTERER VERBESSERN
Die Forderung, dass Erwerbstätige länger im Arbeitsprozess bleiben sollen, ist nur dann glaubwürdig, wenn die Arbeitsbedingungen und die Gesundheit am Arbeitsplatz dies auch erlauben. Diese Ziele realisieren sich nicht von selbst, sondern müssen durch ein Zusammenwirken aller Beteiligter – Politik, Wirtschaft, Sozialpartner – erreicht werden. Die Erfahrungen anderer Länder – insbesondere von Finnland – zeigen aber auf, dass neben dem Abbau der Segregation älterer Arbeitnehmender deutliche wirtschaftliche Effizienzgewinne erreicht werden können.
DIE AUSGANGSLAGE: ERHÖHUNG DER ERWERBSQUOTE BEI ÄLTEREN
Der demografische Wandel bewirkt eine grundlegende Veränderung der Altersstruktur der österreichischen bzw. europäischen Bevölkerungen und wirkt sich in unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen, wie Wohnen, Arbeit, Konsum, Pflege und Gesundheitswesen aus.
Zur Erreichung des EU-Lissabon-Zieles sollen in den europäischen Staaten bis 2010 geeignete Maßnahmen gesetzt werden, um bei den 55- bis 64-Jährigen eine Erwerbsquote von 50 % zu erreichen. Tatsächlich ist nicht nur Österreich von der Zielerreichung weit entfernt. Die Beschäftigungsquote der 55- bis 64-Jährigen liegt in Österreich bei 35%. Durch die demografische Entwicklung und die Pensionsreform, die die Lebensarbeitszeit verlängert hat, müssen auch in Österreich immer mehr ältere Menschen länger arbeiten. Bereits 2009 werden mehr über 50-Jährige in den Betrieben beschäftigt sein als 30-Jährige.
Die Gruppe der 40- bis 64-Jährigen wird im Jahre 2010 mit ca. 53 % bereits die Mehrheit des Arbeitskräftepotentials bilden.
NEUES BEWUSSTSEIN FÜR DEN WERT DES ÄLTEREN ARBEITNEHMERS
Damit der Prozess einer Gesellschaft, die älter wird, vor allem im Bezug auf die Arbeitswelt, nicht zu Altersdiskriminierung, sozialer Ausgrenzung einzelner Gruppen und zu einem Generationen-konflikt führt, sollte ein neues Bewusstsein über den Wert des Alterns und des Alters gefördert werden. Eine gelungene Umsetzung dieser neuen Einstellung und Wertschätzung gegenüber älteren ArbeitnehmerInnen wird zur Standortvoraussetzung der Österreichischen Wirtschaft.