AK-Vizepräsident Franz Gosch schlägt Alarm:

Situation der Leiharbeiter immer dramatischer, aber Politik ist säumig

Handeln statt Reden, Herr Sozialminister!

 

Die Leiharbeiter trifft die derzeitige Wirtschaftskrise besonders hart. Mit einem Anstieg von 26% an arbeitslosen Leiharbeitern, wurde der Rekordwert von fast 33.000 Betroffenen erreicht. Tendenz - weiter steigend. Und was macht Herr Sozialminister Hundstorfer, fragt der steirische AK-Vizepräsident Franz Gosch, der die Probleme der Leiharbeiter zum Thema gemacht hat.

 

Hundstorfer hält Reden über die Gründung einer Arbeitsstiftung für Leiharbeiter, „damit die nicht glauben, wir haben sie vergessen“, doch bis jetzt ist noch nichts geschehen. „Wir können nicht mehr warten, bis sich der Herr Sozialminister endlich dazu aufrafft, etwas zu tun. Wir brauchen jetzt sofort Lösungen“, so AK-Vizepräsident Franz Gosch.

 

Prekäre Lage - Drehtüreffekt

Die goldenen Zeiten, als die Leiharbeiter von den Unternehmen mit offenen Armen aufgenommen wurden, sind schlagartig vorbei. Jetzt werden sie in Krisensituationen als erste abgebaut, ohne Chance auf Absicherung der Sozialpläne. Besonders prekär ist die Lage in der Steiermark, wo gut die Hälfte aller Industrie-Leiharbeiter ohne Job sind. Die Zahl der Leiharbeiter schnellte in den vergangenen Jahren bundesweit auf über 70.000 hinauf. Leasingfirmen sind längst die Hauptkunden des AMS, schon jede fünfte ausgeschriebene Stelle dort ist eine „Arbeit auf Zeit“. Eine Weiterbildung in der „Stehzeit“ findet kaum statt, weshalb die zuvor Vermittelten oft wieder rasch beim AMS landen – ein klassischer Drehtüreffekt.

 

Handeln statt zusehen

Auf Initiative des Christgewerkschafters Gosch, hat sich der Steirische Landtag bereits dazu entschlossen den Zeitarbeitern zu helfen. Ebenso hat die Landesregierung erweiterte Förderrichtlinien für Weiterbildung beschlossen, welche grundsätzlich auch Leiharbeiter einschließen. Eine Arbeitsstiftung für Zeitarbeiter fehlt, aber Franz Gosch kämpft dafür, dass auch diese Forderung umgesetzt wird.

 

Rasche Hilfe ist notwendig

Obwohl eine vom Wirtschaftsministerium in Auftrag gegeben Studie belegt, dass 65% der zeitarbeitenden Frauen und 40% der männlichen Leiharbeiter an der Grenze zur Armutsgefährdung leben und das Einkommen oft weniger als € 800,-- beträgt, wird im Sozialministerium noch immer nicht gehandelt. Gosch hingegen forderte schon lange vor der Wirtschaftskrise eine Verbesserung für Leiharbeiter: „Jetzt muss gehandelt werden. Eine Arbeitsstiftung zur Weiterbildung und Verbesserung der Arbeitsmarktchancen für Leiharbeiter ist der erste Schritt für mehr Gerechtigkeit“, schließt Franz Gosch.

 

 

27.1.2009